Szenen-Blick
// LL-NEWS

Hier spüren wir «den Puls des Geschehens» auf und berichten sporadisch über Entwicklungen und Tendenzen aus der Welt des Leistungs- und Rennsports usw. «Stay tuned», wir bleiben dran!

Dies ist ein testweise eingefügtes Textfeld.

13. Februar 2020, Peter Decurtins (AKTUELL zum LL-Weltcup-Weekend der Damen in Falun vom 8./9.2.20)

«Die ungestümen, jungen Wilden …» *******

Irgendwie ist es gerade so ziemlich «crazy», was bei den Damen im Weltcup abgeht. Nachdem das norwegische «Mega-Sporttalent» Helene Marie Fossesholm (geb. am 31. Mai 2001) – ich berichtete auf «NORDIC-PASSION» unter «Szenen-Blick & News» bereits letzten August über sie – debütierte Helene Marie im Dezember 2019 im Weltcup. Also mit rund etwas mehr als 18 ½ Jahren! Dabei holte sie mit dem 18. Platz im Skiathlon vom 7. Dezember in Lillehammer (NOR) gleich ihre ersten Weltcuppunkte …. Wahnsinn pur - oder eben nicht gerade das, was wir unter «langfristigem Aufbau des Leistungsniveaus» verstehen und deswegen schon fast etwas «surreal» erscheint!

Doch unbeschwert und draufgängerisch …

Nun, beim Weltcup in Falun (SWE) vom letzten Sonntag, dem 9. Februar 2020, über 10 km freie Technik der «Knaller» / resp. «Exploit» …. Obwohl Helene Marie – notabene bei engen Kunstschneerunden – erstmals das Feld von hinten überholen musste und sie auch noch stürzte, resultierte Schlussendlich der 5. Schlussrang für den norwegischen «Youngster»! Dabei setzte sich die «Draufgängerin» spielerisch leicht und fast schon völlig «abgebrüht» oder «abgeklärt» gegen Routiniers wie Natalia Nepryaeva (RUS) durch. Schlichtwegs einfach: «Crazy again». So ziemlich «genüsslich», entsprechend keck und mit einem gewissen Schalk, berichtet sie auf ihren Instagram-Profil darüber «aber der, der sich nichts getraut, gewinnt nicht» (freie Übersetzung nach Instagram).

Gelungenes Comeback!

Überaus gespannt war man auch auf das «Comeback» der aus gesundheitsprophylaktischen Gründen (man vermutete «Essstörungen», sprich Magersucht-Gefährdung) verbandsinternen gesperrten zwanzigjährigen Frida Karlsson (SWE / Jahrgang 1999). Denn der «Shooting-Star» der letztjährigen LL-WM in Seefeld gab in Falun beim Distanzrennen den langersehnten Weltcup-Saisoneinstand. Obwohl Frida, die sich wie Fossesholm erstmals durchs Feld kämpfen musste, am Schluss die «Pace» nicht ganz durchziehen konnte, war sie mit ihrem 9. Platz anscheinend ganz zufrieden. «Die Platzierung spielt keine Rolle, es war nur um loszulegen und sich zu fühlen, als wäre ich wieder da» gab eine sichtlich erleichterte und wohl etwas «gebeutelte» Frida zu Protokoll, wobei aber auch die Verbissenheit und die hohen Ansprüche an sich selbst durchdrangen. Von einem «genialen Comeback» war dann auch die Rede oder der «Grundtenor zum (grossen) Ereignis» in der nordländischen, allem vorab natürlich in der heimischen Presse. Wir sind doch mal sehr gespannt, wie es mit Fridas Weg und Entwicklung als Mensch und Sportler weitergeht und wünschen ihr natürlich nur «All The Best» (in allen Belangen) - und ganz, ganz viel Geduld?! Doch letztere scheint irgendwie nicht mehr so gefragt, «in» oder zeitgemäss zu sein .... Nur ungern erinnen wir uns hierbei an den «Fall Nathalie von Siebenthal», welche ziemlich frustriert und total ausgepowert den Bettel viel zu früh hingeworfen und ihre doch sehr erfolgreiche Karriere leider schon mit 26 Jahren beendete hatte. Doch nicht alle können ja zuvorderst sein oder dorthin gelangen!

Auf «anderer Stufe» erfolgreich: Anja Weber & Co.

Währenddessen im Norden die «jungen Wilden» für Aufsehen sorgen und so manches «durcheinanderwirbeln», zeigen die jungen Schweizerinnen um Anja Weber tolle Resultate im Continental-Cup (COC). Anja Weber, welche notabene rund einen Monat jünger als Helene Marie Fossesholm ist und eine ebenso überaus erfolgreiche «Allrounderin» (Triathlon und Langlauf), wird hierzulande als «hochgehandeltes» Talent (sorry für den Begriff!) gewertet. Wir sind doch sehr gespannt, ob sie die grosse Lücke zu den «versierten Teamleaderinnen» (Nadine Fähndrich und Laurien van der Graaff) zulaufen kann. Das das nicht gleich schon Morgen ist, liegt ja schon noch irgendwie auf der Hand, denn in der Regel geht’s ja schon nicht ganz so schnell wie bei den beiden Skandinavierinnen und Ausnahmeathletinnen…. - und, ist man erst mal oben, ist die Luft ja bekanntlicherweise sehr dünn, resp. man muss sich dann auch noch erst (nachhaltig) beweisen und etablieren. «Schritt für Schritt» ist sicherlich nach wie vor eine gute und solide Entwicklung «To The Top», d.h. nach vorne an die Weltspitze!

Wir sind echt gespannt wie es weitergeht und es sich generell – d.h. national, als auch international – entwickelt, mit den wilden und ungestümen «Youngsters»?!? «We will see».

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NORDIC-PASSION.COM

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Helene_Marie_Fossesholm

https://www.instagram.com/helenefossesholm/?hl=de

Langlaufnews



26. Januar 2020, Peter Decurtins (zum Skiathlon vom 25.01.2020 in Oberstdorf / D)

«Coole Typen, irgendwie …»:
Achtungserfolg der Deutschen Langläufer in Oberstdorf beim Skiathlon: Eine überaus gelungene WM-Hauptprobe!


Gestern beim Skiathlon in Oberstorf war es nach der gewohnten «roten Front» an der Spitze vorne schon etwas ungewöhnlich und auffällig schwarz-gelb … . Mit den Rängen 11, 12, 14, 20, 31 und 33 feierten die Deutschen Skilangläufer eine «Auferstehung mit Ansage» (regelmässige berichtete ich über diesen Aufbruch ab letzten Sommer, welchen ich mit Hochgenuss und genauestens beobachtete und auch klar wahrnahm; siehe Texte und Berichte weiter unten). Das sind irgendwie schon «coole Typen», diese Deutschen! Meinte doch Jonas Dobler zu seinem Erfolg auf Instagram abgebrüht und trocken: «I found myself right behind the leading pack and finished on 11th place!». Daneben berichtet das ARD bereits: «Katharina Henning gibt dem deutschen Langlauf wieder ein Gesicht». Für die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr ist der DSV, welcher im Sommer zielstrebig unter dem Prädikat «Ski Force Germany» zu neuem Land aufgebrochen ist, gewiss «voll auf Kurs».

Doch auch die Schweizer schnitten mit den Rängen 7 (Dario Cologna), 13 (Jonas Baumann) und 23 (Jason Rüesch) solide ab. Schön dabei ist aber auch, dass Jason wieder «bäck» ist. Wir mögen ihm das, nach seinem nicht ganz so leichten Jahr, natürlich von Herzen gönnen!

NACHTRAG (13.02.2020): Hinsichtlich der Heim-WM in Oberstdorf 2021 lässt das Deutsche LL-Team die «FIS Ski Tour 2020» aus. Diese startet am 15. Februar von Östersund (SWE) aus und führt über 4 Stationen und 6 Etappen nach Trondheim (NOR), wo sie mit einem Distanzrennen am 23. Februar abgeschlossen wird. Zu Gunsten eines intensiven Trainings-Blockes  auf der WM-Strecke in Oberstdorf, verzichtet der «DSV» eben darauf. Ob das ein weiterer, wichtiger Schritt oder kluger Entscheid in Richtung des angestrebten «Neu-Erfolges der Deutschen Skilangläufer» ist? Wir werden es in rund einem Jahr sehen?!

Langlauf Weltcup Oberstorf



29. Dezember 2019, Peter Decurtins (hinsichtlich dem Start der  «Tour de Ski» auf der Lenzerheide)

«Push it to the limit» - aber übertreibe es nicht ...
Pro und kontra Mentaltraining («Mentalpower» und «Taktisches Geschick»)

Pro und kontra Mentaltraining («Mentalpower» und «Taktisches Geschick»)

Ja, richtig gelesen, zu diesem Thema gibt es auch ein «Kontra»! Denn wer im Bereich «Mentalcoaching» nebenbei nicht genauestens oder achtsam auf seinen Körper hört, unterliegt der Gefahr zu «überpowern». Der oder die zahlt früher oder später «Tribut».

Klar kann man sich mental extrem «pushen» und seine Grenzen «ausweiten» – was ja irgendwie auch Spass mach und das faszinierende an der Sache ist – jedoch birgt das Ganze auch Gefahren in sich. Denn wer dabei nicht auf seinen Körper hört und gewisse «Signale» missachtet, kann eine «Bruchlandung» erleiden. Statt wie erhofft aufwärts geht’s schnell mal abwärts - oder es führt in die Stagnation.

Wenn man die diesjährige «Tour de Ski» unter die Lupe nimmt*, fällt einem auf, dass es gerade bei den Damen irgendwie unabdingbar erscheint oder zum «Ritual» geworden ist, sich im Ziel hinzulegen. Hautnah fühlt man im Fokus der Kamera den Puls der Athleten und das hechelnde ringen nach Luft mit. Im krassesten Fall ist mir da Nadine Fähndrich aufgefallen, welche sich beim Massenstartrennen mit allerletzter Kraft ins Ziel wirft und direkt nach der Ziellinie mehr als eine Minute am Boden verharrt (wohl nicht ganz zur Freude der anderen Athleten …). Und das – Notabene – im Kampf um eine, in Bezug auf die gesamte Tour vorausblickend, nicht so bedeutsame Rangierung! Irgendwie erscheint mir das ein wenig «übereifrig» oder zu «motiviert» zu sein, sprich die fehlende Erfahrung oder/und Geduld dringt durch! (SRF-TV-Reporter Adriano Iseppi würde de wohl von unnötig «Körner verbrauchen» reden …).

Erfahrung und «Taktisches Geschick»

Dagegen «schont» sich ein Routinier wie Dario Cologna im Sprint hinsichtlich seines Reizhustens etwas und profitiert dadurch von einer längeren Erholungszeit, welche hinsichtlich des weiteren Verlaufes der Tour – seinem primären Ziel – letztendlich noch «Gold wert» sein kann. Er ging heute bewusst nicht ans Limit und war dennoch mit seiner Leistung zufrieden, wie er dem «Blick» zu verstehen gab.

«Push it to the limit» - aber übertreibe es nicht ...

Irgendwie wirft das ganze «Prozedere» halt schon auch Fragen auf. Fragen in Bezug auf «Sinn und/oder Unsinn»? Bloss «im Kopf» wollen top sein und sich unbedingt und schonungslos an die Schmerzenzgrenze zu treiben, kann’s alleine doch nicht sein. Definitiv nicht! Da ist auch «Super Dario» (Cologna) auch wieder eine Paradebeispiel, welcher eine andere Seite Widerspiegelt. Nur selten musste er in seiner bisherigen Karriere im Ziel zu Boden und man meint in ihm als absoluter Top-Athlet doch auch so manch anderen «Faktor» zu erkennen. Denn da sind Begriffe wie «Rennintelligenz», «gutes Einteilen», «Kraftausdauer» oder «Laufökonomie» usw., welche er so mustergültig «verkörpert». Da ist irgendwie ein «ausgereiftes Gesamtpaket» im Athleten enthalten. Manchmal geht’s halt auch darum die richtige Mischung oder Balance zwischen wo und wann «forcieren» oder wie und wann «herausnehmen». Das sind Fakts oder Aspekte, welche es nicht zu unterschätzen gilt. Die braucht es gewiss auch, um langfristig und beständig erfolgreich zu sein.

Doch es ist halt nicht gerade die Zeit (oder der Zeitgeist), wo man Einbussen oder Umwege in Kauf nehmen will. Geduld ist ebenso wenig attraktiv, nein, man will gleich «alles und jetzt» haben. Und wenn man da noch Geschichten wie die von Frida Karlsson oder Ingvild Flugstad Östberg hört**, welche intern von ihren Verbänden gesperrt wurden, weil sie den Gesundheitstest nicht bestanden haben (anscheinend wegen Gewichtsproblemen oder «Female Athlete Triad»), macht das einem gar etwas nachdenklich. Der Preis zum Erfolg ist eben hoch, das wissen wir alle. Doch eben, das «Gesunde» liegt halt oft in der Ausgewogenheit. Da ist ein gangbaren Weg «To The Top», aber es braucht dahin zweifelsfrei auch ein geschicktes und sorgfältiges «Haushalten» seiner Kräfte und viel, viel Geduld (Erfahrung) … .

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine starke und ausgewogene Balance! Peter für NORDIC-PASSION


*Konkret meine ich da die 10 KM Startetappe mit Massenstart in der Lenzerheide von gestern, am 28.12.19

** Siehe Link/Artikel der «Luzerner Zeitung»: https://www.luzernerzeitung.ch/…/die-grenze-uberschritten-l…

Artikel auf Facebook mit Foto/Grafik Petter Northug zum Thema Übertraining («Overreaching»)


15./16. Oktober 2019, Peter Decurtins

Blick «Behinde the scene» - «The Nordic-Family» in der Saisonvorbereitung … («All around the world»)

Jessica Diggins: Das tägliche Leben, Verpflichtungen und die gefundene «Life-Balance»

Wenn man die Soziale Medien durchsiebt oder die Webseiten von Athleten besucht, vernimmt man viele tolle und stimmungsvolle Impressionen und sporadisch auch sehr aufschlussreiche Berichte aus dem harten Trainingsalltag. An den unterschiedlichsten Schauplätzen oder Destinationen «all around the world» sieht man die Athleten nämlich eifrig «in action» oder «@ wörk». Im speziellen ist mir da die US-amerikanische Skilangläuferin Jessica Diggins ins «Visir» geraten. Unter dem Titel «creating a new arena» berichtet sie  offen und ehrlich, wie sie diesen Sommer endlich die Balance und die Fähigkeit «nein» zu sagen gefunden und es geschafft hat die Prioritäten zu ordnen, nachdem sie zeitweise von Verpflichtungen überwältigt oder eingenommen wurde. (Notabene: Alles Dinge, welche in unserem Trainingskonzept als «fundamental» gelten!). Dann hatte sie im Juni auch noch die Gelegenheit, sich für ein Trainingscamp der Norwegischen Nationalmannschaft anzuschliessen. Sie berichtet darüber, wie es ziemlich beeindruckend für sie war, wie die Läuferinnen füreinander sorgen und untereinander sehr achtsam umgehen, um sich gegenseitig zu unterstützen und um eine gute «Chemie», sprich «Teamspirit» zu haben. Dann ist dann auch noch das grosse Schwärmen ihres «all-time favorite» Trainingsblocks in Neuseeland zu erwähnen, wo sie auf Instagram immer wieder liebevoll das Wort «Snow Farm» gebraucht und von «some hard race efforts» spricht. Durch und durch sympathisch, frisch und sehr authentisch, wie die quirlige «Power-Woman» das alles so preisgibt und schildert! Fazit: Wir dürfen gespannt sein, wie sich ihr «great balancing act ot work» (Balanceakt) und die vielen Sommer-Schneekilometer auf den Langlaufskis in Neuseeland auf die bevorstehende Rennsaison auswirken?! Da gerade letztere in der Langlauf-Rennszene als ziemlich «ertragsreich» gelten, ist für mich mit «Jessie» im kommenden Winter definitiv zu rechnen.

Dario zeigt im Sommer bereits (wieder) «Mukis» !!!

So ziemlich unerkannt und nur schwer aufspürbar, hat man knapp gesehen, wie Dario Cologna beim traditionellen Mehretappenrennen «TOPPIDRETTSVEKA» im August in Norwegen, beim 25 Km Freistil-Rennen, wo er hinter dem Russen Alexey Chervotkin Alexey zweiter wurde, in seiner fast schon bestbekannter «Popeye-Manier» Muskeln zeigte. Nur allzu gerne erinnern wir uns an die Olympischen Winterspiele in Sotschi, wo er ebenfalls diese Pose oder «Ausdruck der Stärke» gebrauchte. Hoffentlich ist das auch ein gutes Omen im Hinblick auf die neue Saison! Ganz anders, respektive sogar etwas leicht sauer dreinblickend, sah auf dem Podest Johannes Klaebo aus, welcher sich beim Schluss-Verfolgungsrennen – trotz Vorsprung (!) – noch von Alexander Bolshunov ein- und überholen lassen musste. Auf packende Duelle zwischen den beiden «Top-Cracks» können wir uns hoffentlich auch im Winter gefasst machen und uns darüber erfreuen.

Das «Nordic Weekend» als nationaler Leistungstest und Standortbestimmung

Mitte September trafen sich in Andermatt/Realp die nationale Langlauf- und Biathlon-Elite, sowie erfreulicherweise viele Nachwuchsathleten, zur bereits 10. Jubiläums-Auflage des «Nordic Weekend». Der nationale Vorsaison-Leistungsvergleich schlechthin, welcher auch als Standortbestimmung gilt, soll auch über den Formstand und das Sommertraining Aufschluss geben. Der Anlass besteht aus Rollski-Läufen und einem überaus hartem Berglauf zur Göscheneralp hoch, wo die Athleten zum Schluss noch den gar stotzigen Weg zu Staumauer hochkraxeln und bis zum letzten Meter «fighten» müssen (Notabene / in eigener Sache: eine wirklich überaus coole Sache!). Währenddessen bei den Damen mit Maria Christen überraschenderweise eine eher unbekannte Athletin die Gesamtwertung vor Laurien Van der Graaff gewann, gab’s bei den Herren um den Gesamtsieg ein packendes Duell zwischen Jonas Baumann und Dario Cologna. Dabei konnte Jonas Baumann Dario nicht nur die Stirn bieten, sondern könnte ihn sogar bezwingen. Ob das wohl ein kleines Signal oder Anzeichen für eine bevorstehende, teaminterne «Machtablösung» ist?!? Wohl aber eher scheint, dass Dario, nach einer für ihn doch eher schwächeren Saison, wieder langsam «der Alte» ist. Zumindest strahlt er aktuell auf den Soziale Medien viel Selbstvertrauen und Optimismus aus. Wir sind da ebenfalls mal zuversichtlich und gespannt: «Go Dario, go» - Du bist doch noch immer unser grosser Symphatieträger und als «Super Dario» unser «Aushängeschild» oder «Roger des Langlaufsports» ... - und als dieser müssten auch in einer Saison ohne grosse Tittelwettkämpfe (keine WM und Olympia), mindestens sicher Podestplätze im Weltcup angepeilt werden!

Für ein kleines Ausrufezeichen – oder eher Fragezeichen (?) – sorgte auch Siri Wigger vom SC am Bachtel, welche die rund 3 Jahre älteren Konkurrentinnen bei den LL Damen U20 klar hinter sich liess und die Kategorie überlegen gewann. Nicht am Start war Nathalie von Siebenthal, welche nach ihrem sonderbaren «Frust-Interview» und ihrem offensichtlichen «Hadern» Ende letzter Saison, resultierend aus wohl zu hohen Erwartungen (auch an sich selber) und von Ungeduld «gebeutelt», dem Langlauf-Rennsport vielleicht definitiv den Rücken zugekehrt hat. Doch wer weiss? Schön wäre es aber gewiss, wenn uns Nathalie, nach ihrem souveränen Sieg und erfreulichen, wie auch positivem Auftreten am letztjährigen «Engadin-Skimarathon», in irgendeiner Form dem Spitzensport erhalten bleiben würde! «Chum, Nathalie, chum - HEJA!, raff Dich auf», heisst es unserseits dazu einzig noch.

«Der letzte Schliff» oder langsam «auf Hochtouren laufen», aber nicht «überpowern» !

Währenddessen die Swiss-Ski-Athleten, resp. Dario & Co. letzte Woche in Oberhof, dem deutschen Wintersportzentrum par excellence, d.h. in der «LOTTO Thüringen Skisport-Halle» und auf der Rollskibahn am Kamm des schönen Thüringer Waldes, harte Trainingseinheiten und Sprinttraining machten, ging’s auch schon auf diversen Gletschern mit wichtigen LL-Schneekilometern los. So tummelten bereits diverse Nationalmannschaften und Privatteams, trotz ziemlich garstigem Wetter, auf dem Dachstein Gletscher in Ramsau (Österreich), wo u.a. auch die Russische Athleten gesichtet wurden. Bald geht’s eben daran, um «den letzten Schliff» für die bevorstehende Wettkampfsaison zu holen. Ich selber hatte das Glück, exakt am ersten Tag oder am 8. Oktober, wo die Bergbahn länger in Betrieb war und bereits 5 Km Loipe genutzt werden konnten, bei herrlichem Wetter und tollen Pulverschnee-Bedingungen, meine ersten Trainingsrunden auf dem Schnalstaler-Gletscher im Südtirol (ITA) zu absolvieren. Bei einem kurzen Abstecher aus meine Familienferien im wunderschönen «Val Senales» (zu Deutsch eben «Schnalstal») konnte ich mich sogar auch noch kurz mit dem Trainer der Deutschen Nordisch Kombinierer austauschen. Dieser meinte etwas knapp und schwärmerisch «Ausdauersport macht süchtig», wobei er akribisch genau darauf achtete, dass der Athlet, welcher ganz flott unterwegs und voraus war, ja nicht «überpowerte» oder den angesagten Trainingsumfang überschritt. Ich erinnerte mich dabei an Petter Northug, welchem ja nachgesagt wird, dass der Anfang vom Ende seiner Karriere nach einem Höhentrainingslager vor rund 3 Jahren eingeleitet wurde … . Irgendwie sickerte noch knapp durch, dass er daraufhin so quasi mehr oder weniger «auf dem Sofa läge» - und als er sich wieder aufraffte, hatte er bis zu seinem Rücktritt mit Infekten und der Gesundheit zu kämpfen. Die intensiven, langjährigen und hohen Trainingsumfänge strapazierten seinen Körper und sein Immunsystem doch arg und zwangen ihm letzten Dezember zum kurzentschlossenen Rücktritt unter Tränen. «Mentaler Break» meinte der Deutsche Langlauftrainer dazu bloss, welcher seine Athleten mit einer Drohne im Visier hatte oder/und filmte. Das gleich tat das Team beim Rollskitraining Tage zuvor, wo die Mannschaft aus dem Mannschaftsbus heraus, bei offener Hintertüre mit einer grossen Kamera auf Stativ ausgestattet, die Läufer aufnahm. Nicht ganz ungefährlich, dachte ich mir so im Stillen, als ich rein zufällig das Unterfangen sah, wo doch die Autos teilweise schon mit sehr hoher Geschwindigkeit aus den Kurven heraus kommen, wo skatende Sportler doch einen grossen Teil der Strasse beanspruchen … .

Item: Nach dem Sichten des Russischen Teambusses in Kurzras, bei der Bahnstation zum Gletscherhotel Grawand hoch, welches auf 3214 m.ü.M. und rund 200 Höhenmeter oberhalb der Langlaufloipe liegt, musste ich leider meine Ferien beenden und zurückreisen … . Weiter oder richtig los auf Schnee geht’s nun schon bald in Livigno (ITA) , mit eine Kunstschnee-Runde bereits ab dem 18. Oktober, wo u.a. die «Ski Force Germany» erwartet wird, sowie in  «Davos Nordic», wo ab dem 26. Oktober die 4 km lange «Snowfarming-Loipe» öffnet, welche wiederum diverse Nationalmannschaft aus vielen Nationen anzieht. Dort wird dann noch eifrig an den letzten Details gefeilt und die «Wettkampfhärte» geholt, bis es am 29. November in Ruka (FIN) endlich wieder los geht und das erste Weltcup-Rennen angesagt ist. Da wird sich dann erweisen, wer seine «Hausaufgaben» am besten gemacht hat und bereits in Frühform ist. Wir sind schon mal «g'wundrig und hungrig» darauf, das Geschehen intensiv und  leidenschaftlich mit zu verfolgen! «NORDIC-PASSION» bleibt «am Puls des Geschehens» -stay tuned!

Für «NORDIC-PASSION», in «Passion & Love»  (for it)   Peter, Der ISW-Sportscoach

Links zum Thema:

«Dario zeigt im Sommer bereits (wieder) Mukis» !!! (-> zum zweiten Bild durchklickken)

«Swiss-Ski-Athleten @ TOPPIDRETTSVEKA 2019» (mit u.a. Livio Bieler und Jason Rüesch)

Jessie Diggins: «Creating a new arena» (-> Bericht der Athletin auf der offiziellen Webseite)


16. September 2019 / Peter Decurtins

The «Ski Force Germany»

Kurzinterview mit Bundestrainer Peter Schlickenrieder

Da mich der Neuaufbruch der Deutschen Langlaufnation unter Peter Schlickenrieder als neuen Bundestrainer doch sehr überzeugt, habe ich dem vormaligen «Hansdampf in allen Gassen» und ehemaligen Weltklasseläufer und Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Winterspielen 2002 von Salt Lake City im Sprint, ein paar Fragen gestellt. Umgehend antwortete mir Peter promt, welcher eben wahrlich ein echter «super Typ» ist. Dazu schickte er mir auch noch tolle Fotos vom Trainingszusammenzug der Deutschen in Ulrichen im Goms (VS) anfangs September, wo sich die Damen ganz unkonventionell und wohl auch etwas auflockerungs- und spasseshalber im «Summer-Klaebo-Style» übten.

Ganz im Sinne von «NORDIC-PASSION» – «Langlauf leben, fördern und entwickeln» ist das! Denn genau das ist damit gemeint: Innovation und Kreativität, auch mal etwas querdenken und stetig pushend, antreibend oder motivierend sein … (das ist notabene das, was wir unter «Coaching» verstehen).

Hier das Kurzinterview:

1. Frage / NP : Peter, Du hast immer so tolle Ideen und bist immer sehr leidenschaftlich für die Sache unterwegs. Von woher nimmst Du die Energie und Inspiration dafür?

Antwort / PS : Von meinen Abenteuern und dem Draussen sein.

2. Frage / NP : Was ist für Dich das grösste in Deiner Tätigkeit?

Antwort: Die Arbeit mit Menschen.

3. Frage / NP : Welche konkreten Ziele verfolgst Du als Deutscher Bundestrainer in der kommenden Saison?

Antwort / PS : Mein Ziel ist die Athleten in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, zu fördern und auf ihrem Weg zum selbstverantwortlichen Sportler.

4. Frage / NP : Eigene Rückmeldung oder Botschaft, welche Dir auf dem (Sportler-)Herzen liegt?

Antwort / PS : Wichtig ist aus dem was Dir die liebe Mutter Natur an Talenten mit in die Wiege gelegt hat, das Beste zu machen, an der eigenen Persönlichkeitsentwicklung aktiv zu arbeiten und den Erfolg nicht nur am absoluten Topergebnis zu messen.

Danke Peter! Weiterhin viele tolle Ideen und viel Erfolg – sprich Persönlichkeitsentwicklung! –, wünsche ich Dir und Deinem Team.

Links zum Thema:

(The «Ski Force Germany» in Action im «Summer-Klaebo-Style» in Ulrichen auf INSTAGRAM –> siehe Videos hinten)

«Die Rückkehr zu den goldenen Zeiten» - Bericht des Radios rro (Radio Rottu Oberwallis) über die Intensive Vorbereitung der Deutschen Langlauf-Nationalmannschaft auf die neue Weltcup-Saison mit Video-Interview mit Peter Schlickenrieder

«DER IMPULSMÄN» - was es hin und wieder mal braucht ... (oder bräuchte) & «DER QUERDENKER» ... (Gedanken zu «Coach und Coaching»)

19. August 2019 / Peter Decurtins
Den Anschluss schaffen und Konstanz im Weltcup erreichen!

(Ein kurzer internationaler Ausblick auf die kommende LL-Weltcup-Saison oder eine Art «Sommer-Standortbestimmung»)

Als die Deutschen Langlauftrainer Ende letzter Saison gründlich und ausgiebig die Situation analysiert haben, ist die klare und ernüchternde Erkenntnis da: «Es ist noch immer nicht gelungen, dass die jüngeren Sportler, die wir da mal eingesetzt haben, den Sprung in die Weltcuppunkte geschafft haben» (xc-ski.de). Bei den Damen sieht es da etwas anders aus und mit dem Gewinn der Bronze-Medaille an der Junioren-WM scheinen auch junge Athletinnen auf dem Sprung nach vorne zu sein. Zudem haben die Deutschen mit Peter Schlickenrieder als Bundestrainer wohl die Person gefunden, welche eben neue Akzente setzen und die Athleten antreiben und beflügeln kann, um abermals oder erneut «an die alte Stärken» zurückfinden zu können. Doch wie Janko Neuber, der Herren-Trainer der Deutschen sagt: «Es ist ein verdammt weiter Weg bis ganz nach vorn» …

Hiesigen Landes scheint die Stimmung und der «Team-Spirit», wie diverse Fotos und Impressionen aus diversen Trainingszusammenzügen auf den «Social Media» (soziale Medien), wie u.a. aus der Sierra Nevada, Seefeld oder den Dolomiten zeigen, doch sehr gut zu sein. Doch gelingt es dem unbestrittenen Leader Dario Cologna tatsächlich auch, die Jungen Athleten an eine solides «Weltcup-Niveau» heranzuführen? Während Dario anscheinend seine «fehlenden Bausteine», welche er Ende letzter Saison ausmachte (-> das gewisse oder fehlende «Etwas»), im «spezifischen Krafttraining» ortete, «braut sich im Norden» bereits wieder so einiges zusammen … So hat im Frühling auch der Deutsche Damen-Trainer nach Schweden, zu den Sprinterinnen geschielt, welche da anscheinend in Bezug auf «Kraftpotenziale» neue Massstäbe setzen und letzte Saison doch ziemlich erfolgreich unterwegs waren. Auch das kürzlich ausgetragene «Blink-Festival» (-> der internationale Rollski-Event als «Sommer-Härtetest» schlechthin) zeigte auf, dass bei den Norwegern bereits wieder eine neue Generation an «stürmischen, wilden Jungen» im Vormarsch ist.

Neben einer herausragenden und dominanten Therese Johaug beim spektakuläre Bergrennen «Lysebotn Opp», welche dabei einen Streckenrekord aufstellt und neulich auch noch Landesmeisterin über 10'000 m auf der Bahn geworden ist (!) und eine bestechende «Sommer-Form» aufweist, traten gerade bei den Damen neue Namen in den Fokus. Während Juniorin und auch Mountainbike-Supertalent Helene Marie Fossesholm – notabene als frischgekürte norwegische Meisterin im Mountainbiken (!) – mit einer bärenstarken Leistung überzeugte, scheinen da die Juniorinnen bereits den Anschluss an die Weltelite zu schaffen. Da gilt es wohl schon mal Namen wie eben Helene Marie Fossesholm, Kristine Stavås Skistad oder Hedda Amundsen vorzumerken ...

Doch schön wäre es eben auch und doch wünschenswert, wenn hierzulande neben einem wieder «zurück in die Spur» gefundene Jonas Baumann und dem sich von einem «Overreaching» (Übertraining) scheinbar gut erholten Jason Rüesch auch neue Namen, wie der letzte Saison schon mal für ein erstes Aufhorchen gesorgte Beda Klee, «in Szene setzen» könnten. Gesucht wird da wohl etwas die Konstanz, wo doch die letzten Jahre bei den Jungen Swiss-Ski-Athleten im Weltcup doch eher ein «kommen und gehen» war und die Identität als Team irgendwie schwer auszumachen war.

Gespannt kann man auch sein, wie sich die junge «Allrounderin» Anja Weber weiterentwickelt und wie sie mit ihrer «Herkules-Aufgabe» (-> Triathlon und Langlauf !) weiter zurechtkommt.

Auf jeden Fall ist die Vorfreude auf die kommende Langlauf-Saison schon mal da!

Zu den Bildern: Die Schnee-Kilometer und auf den Skis zählen und das das «langlaufspezifische Training»! Bald geht’s wieder auf Schnee, wie beispielsweise auf dem «Schnalstaler Gletscher», wo ab Mitte Oktober diverse Nationalmannschaften anzutreffen sind. Das «Val Senale» (Schnalstal) eignet sich daneben u.a. auch bestens für Rollski-Trainings-Einheiten und Gelände-Läufe. Auf den Fotos sind u.a. Petter Northug – der Langzeit-Dominator und «Überflieger» – sowie diverse Läufer von verschiedenen Nationalmanschaften, wie u.a. derjenigen von Russland und Italien (Fotos -> siehe Facebook-Artikel "NORDIC-PASSION" - Profil).


20. Juli 2019 / Peter Decurtins (TRAININGS-WISSEN)

«Training à la Norge» heisst ... - These 1 + 2 //
«DAS LEISTUNGSNIVEAU» & «DIE TRAININGS-INTENSITÄTEN»


Das meint konkret: «Sein Leistungs-NIVEAU mit sehr viel BASIS-Training (grossen Umfängen) sorgfältig und über Jahre hinweg AUFBAUEN! Dies führt unweigerlich zu einer stetigen Leistungsentwicklung, was der Indikator dafür ist, ob ich es richtig mache oder (noch) auf dem Weg (nach oben) bin ... .» Der ISW-Sportscoach (4.2019)


Vorzeigeathleten & Trainingsfleiss

Der eigentliche Vorzeigeathlet oder Vordenker, was zumindest den Trainingsfleiss und Eifer betrifft, war vor dem Langzeit-Dominator Björn Daehli vielleicht auch ein gewisser Johann Mühlegg! Ja, genau, Johann Mühlegg, wessen Kariere und Leben sich zu einer einzigen Tragödie entwickelte …; dieser «skurrile Typ» meine ich. Jochen Behle, der Ehemalige deutsche Spitzenathlet und Bundestrainer zu Mühlegg: «Johann sei ein Arbeits-monster gewesen, lief vormittags 60 Kilometer und wollte nachmittags dann richtig trainieren». Und weiter: «Johann hätte die Langlauf-Welt über Jahre beherrschen können wie ein Dählie». (Johann Mühlegg: «Phantom statt Legende» - Online-Artikel auf sport.de). Leider aber verschieb er sich eben esoterischem Zeugs und verfiel der Scharlatanerie. Nichtsdestotrotz legte er einen unglaublichen Trainingsfleiss an den Tag und verbrachte viele einsame Stunden auf der Loipe am «Stelvio» (Stilfserjoch -Pass). Des Öfteren bei eisigen und windigen Verhältnissen, machte der zähe Naturbusche eben eifrig seine «Hausaufgaben» oder Runden. Seine Autobiografie «Allein gegen alle» berichtet hautnah über das erlebte oder erduldete - und kann hinsichtlich «Biss & Fleiss» gar eine Inspiration und Motivation sein, liest man dabei nämlich sorgfältig «zwischen den Zeilen», wo man doch so vieles «entschlüsseln» und entdecken kann! All das «Gugus-Zeugs» kann man dabei aber natürlich ruhig überfliegen ... .

«Freunde vieler Trainingsstunden» – so werden Ausdauer-Sportler gemacht!

Szenenwechsel und zur «LL-Übermacht Norwegen» - d.h. ich zitiere Teamdirektor Age Skinstad (aus dem Online-Artikel vom Februar 2015 auf srf.ch - «Die Langlaufbibel liefert die Antwort»): «Wir sind Freunde vieler Trainingsstunden, weil wir gelernt haben, wie effektiv sie sind. Unsere Besten kommen pro Jahr auf gegen 1000. Intensiv dagegen würden sie sehr wenig trainieren. So bestreiten die Athleten die Mehrheit der Einheiten höchstens mit 72 Prozent des Maximalpulses, um sich schneller zu erholen.»

Und was macht eigentlich ein gewisser Martin Johnsrud Sunby, welcher ebenso souverän und langatmig mit einem bärenstarken Leistungsniveau überzeugt? «Ich probiere vieles aus», sagt er. «Ich glaube, dass viele Athleten zu sehr Angst davor haben, ihre Trainingsroutinen zu ändern. Aber für mich ist das inspirierend.» Dass er sich im Streben nach Perfektion keine Denkverbote auferlegt, zeigt sich am eindrücklichsten bei seinem Trainingsumfang. Sundby trainiert rund 1100 Stunden im Jahr - mehr als alle seine Konkurrenten. Damit scheint er in der Langlauf-Szene ein Tabu gebrochen zu haben, galt doch seit der goldenen Ära der Norweger um Björn Dählie und Thomas Alsgaard in den 90er-Jahren 850 Stunden als Höchstwert. «Es ist faszinierend», sagt Sundby. «Wir haben in unserer Sportart eine Kultur geschafften, die besagt, dass man nicht mehr trainieren dürfe.» Doch Sundby wählt seinen eigenen Weg. «Entscheidend ist doch, herauszufinden, wie viel der Körper aushalten kann. Schlagen Sie mal einem Schwimmer vor, 1100 Stunden im Jahr zu trainieren. Er wird nur lachen. Mit so wenig Training hat ein Topschwimmer keine Chance.» (Online-Artikel der «Aargauer-Zeitung» unter dem Titel «Was steckt hinter dem unschlagbaren Norweger?»).

Also, das mit den Trainingsstunden scheint doch auch eine Art «Erfolgsrezept zu sein», welches Sundby nun kürzlich anscheinend auch den langersehnten Weltmeister-Titel im Einzel einbrachte … (gemäss TV-Kommentator Adriano Iseppi sei er eben schlichtweg einfach wieder «back the roots» gegangen und hat auf Altbewährtes zurückgegriffen). Der Weg und die überlegene, souveräne und ruhige Art der Norweger und Norwegerinnen, wie exemplarisch auch derjenigen, der letzte Saison zurückgekehrten Therese «Duracell» Johaug, überzeugt einfach restlos. Der Akku oder eben die Batterien scheinen – wenn’s drauf ankommt – stetig geladen zu sein. Das ist wohl eben der topseriösen, umfangreichen und restlos-ganzhingebenden Ganzjahres-Arbeit und dem ausserordentlichen «Trainingsfleiss» zu verdanken. Das ist das Resultat oder die unweigerliche Frucht daraus.

Nicht «überpowern» und die «Peak-Phasen» kurz halten!

Daher: Lass dich nicht aufhalten und bremsen, wenn Deine Intuition sagt, du möchtest mehr (machen), achte aber sorgfältig darauf, um die Intensitäten oder den «Peak» (sprich intensivste Intervall-Phasen) nur kurz zu halten! Denn so ist es im Sport, aber auch in der Wirtschaft genauso. Das mit dem Stresspegel ist nur gesund und möglich, wenn eben eine ausgiebige und breite Basis vorhanden ist und sich diese «Extrem-Zeiten» im Masse halten! Doch lassen wir, um diese These oder Ansicht zu verdeutlichen, auch noch die Damen zu Worte kommen: Marit Björgen im offengelegten Beitrag zum Thema «So trainiert eine Weltklasse-Athletin» im «Tages-Anzeiger» - Artikel / Recherche von Christian Brüngger, vom Sonntag, 25. März 2018: «Zu den überraschenden Erkenntnissen für Laien gehört die Verteilung der Intensitäten. Björgen trainiert vorwiegend in tiefem Pulsbereich von rund 75 Prozent ihres Maximums. Im Jahresschnitt absolviert sie rund 90 Prozent ihrer Ausdauereinheiten in gemächlichem Tempo, viele davon in einer Länge von mehr als zwei Stunden. Wer also glaubt, Spitzenathleten wie Björgen würden im Alltag permanent powern, irrt.» Effektiv kann man den Weg an die Spitze so, d.h. durch übermässiges «High Intensity Interval Training» (Abk. = «HIIT»), nicht «verkürzen» und meinen das alleine genügt oder bringt einem entscheidend weiter. Nein, so geht es eben nicht! Im Gegenteil, die Gefahr zu «überpowern» oder in ein «Übertraining» zu gelangen sitzt einem arg im Nacken.

Locker, umfangreich und «ökonomisch»!

Björgen reduzierte mit den Jahren den Anteil an mittleren und harten Trainings gar, womit sich die Balance noch extremer Richtung lockerer Einheiten verschob. Das kontinuierliche Steigern des (lockeren) Ausdauervolumens führte bei Björgen zu einer verbesserten Laufökonomie. Das heisst, sie lief mit den Jahren immer effizienter und konnte ihre maximale Sauerstoffaufnahme besser ausnützen.»

Da gibt es eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen. Die Sachlage ist klar. Die längeren Trainings oder lockeren Einheiten machen’s aus. Doch sind wir auch bereit den Weg «à la Norge» zu gehen und so viel zu investieren? Doch so werden eben halt nun mal Ausdauer-Sportler gemacht: Mit Fleiss und Ausdauer.

«Let’s go à la Norge!» Für «NORDIC-PASSION» Peter, Der ISW-Sportscoach


Frühling  2019 / Peter Decurtins

Artikel «das Schlüsselerlebnis» - oder seine Karriere (Leben) neu lancieren! (Neue Reize und Perspektiven) -> folgt demnächst)



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